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23. September 2026 · 10 Min. Lesezeit

Wettbewerber in ChatGPT häufiger genannt? So finden Sie die Ursachen

Werden Wettbewerber in ChatGPT häufiger genannt, liegt es an Messung, Zugang, Drittquellen, fehlenden Antwortseiten oder Bekanntheit; eine Ursachenanalyse prüft diese Gründe der Reihe nach und belegt jeden mit Daten.

Fabiano Frascati

Von Fabiano Frascati

Gründer von Frascati

Illustration: Person liest Zeitung auf einem Bürostuhl

Wettbewerber werden in ChatGPT häufiger genannt, wenn die Quellen, aus denen die Antworten entstehen, sie erwähnen und Sie nicht, wenn Ihnen die Seite fehlt, die genau die gestellte Frage beantwortet, oder wenn die Suchsysteme Ihre Seiten nicht lesen können. Dazu kommen zwei Gründe, die man leicht übersieht: Das Tracking misst etwas anderes als gedacht, oder die anderen sind schlicht bekannter. Eine Ursachenanalyse prüft diese Gründe der Reihe nach und belegt jeden mit Daten.

Die folgenden fünf Schritte lassen sich auf jede Branche übertragen. Die Beispiele stammen aus der Weiterbildung, wo Lehrgang, Abschluss, Ort und Format die Fragen bestimmen.

Schritt 1: prüfen, ob das Tracking stimmt

Bevor Sie Ursachen suchen, prüfen Sie die Messung. Fünf Fragen an Ihr Tracking:

  • Steht Ihr Name in den Fragen? Dann misst das Tracking, ob die Systeme Sie kennen, nicht, ob sie Sie empfehlen. Zählen dürfen nur neutrale Fragen, wie Ihre Kundschaft sie stellt, etwa «Welche Anbieter für eine berufsbegleitende Weiterbildung in Projektmanagement gibt es in Zürich?»
  • Wie viele Formulierungen je Absicht? Dieselbe Absicht, anders formuliert, bringt andere Namen. In unserer Messung von acht Zulieferern vom 12.09.2026 (über die Programmierschnittstelle, nicht über die Apps) reichte die Nennungsquote bei denselben zwei Systemen je nach Formulierung von 50 bis 75 Prozent. Bei je 16 Antworten überlappen die Vertrauensbereiche, gesichert ist der Unterschied also nicht, aber er zeigt die Schwankung. Laut einer Studie von Chen und Mitautoren reagieren die Systeme zudem verschieden stark auf Umformulierungen und auf die Sprache der Frage (arXiv, 10.09.2025).
  • Wie oft wurde gefragt? Eine einzelne Antwort ist eine Anekdote. Jede Frage gehört mehrmals gestellt, an jedes System.
  • Mit Websuche, Ort und ohne Verlauf? ChatGPT kann laut OpenAI beim Formulieren der Suchanfragen den ungefähren Standort aus der Internetverbindung und, falls eingeschaltet, gespeicherte Erinnerungen verwenden (Hilfeseite zur Websuche, abgerufen am 22.09.2026). Ein Tracking, das von einem Server im Ausland fragt, kann deshalb andere Anbieter sehen als Ihre Kundschaft in Bern.
  • Genannt oder zitiert? Genannt heisst, der Name steht im Antworttext. Zitiert heisst, eine Seite ist als Quelle verlinkt. In unserer Messung über uns selbst vom 13.09.2026 kam frascati.ch in einer Antwort von Perplexity nur als Quelle vor, ohne im Text zu stehen. Beides getrennt zählen.

Ein Unterschied, dessen Vertrauensbereiche sich überlappen, ist noch kein Befund. Wie eine saubere Messung aussieht, steht im Beitrag Sichtbarkeit in der KI messen.

Schritt 2: nach Frage und System aufteilen

Eine Gesamtquote verdeckt, wo Sie verlieren. Teilen Sie die Ergebnisse nach Art der Frage und nach System. In der Weiterbildung heisst das: je Lehrgang oder Thema, je Abschluss wie Zertifikat, eidgenössischer Fachausweis oder CAS, je Ort und je Format, etwa berufsbegleitend oder online.

Wie stark das ausschlägt, zeigt unsere Messung über uns selbst vom 13.09.2026: Bei Fragen nach einer Agentur für Sichtbarkeit in der KI kamen wir in der Schweiz in 10 von 30 Antworten vor, davon 9 im Text und eine nur als Quelle, bei Fragen nach einer Agentur für SEO in keiner einzigen. Nach Land getrennt kamen wir in der Schweiz in 13 von 90 Antworten vor, in Deutschland in keiner von 88. Wer nur eine Zahl über alle Fragen führt, sieht nicht, bei welcher Frage er verliert. Die Rohdaten stehen auf der Seite Unsere Messungen.

Beim System lohnt der Blick auf den Suchindex dahinter. AI Overviews und AI Mode zeigen laut Google nur Seiten als Link, die im Google Index stehen und mit Textauszug darstellbar sind; auch Gemini erhält laut Google beim sogenannten Grounding Inhalte aus diesem Suchindex. Copilot stützt sich laut Microsoft auf dieselbe Grundlage wie die Suche von Bing. ChatGPT liest mit dem eigenen OAI-SearchBot und arbeitet teils mit Suchpartnern; OpenAI verweist dafür auf die Datenschutzhinweise von Microsoft und Shopify. Perplexity sucht laut eigener Hilfeseite in Echtzeit. Verlieren Sie nur in einem System, liegt die Ursache wahrscheinlich in dessen Index.

Schritt 3: die Quellen der Antworten auswerten

Das ist der ergiebigste Schritt. Sammeln Sie aus allen Antworten, in denen ein Wettbewerber vorkommt, die zitierten Quellen und ordnen Sie sie: Seite des Wettbewerbers, Verzeichnis oder Kursdatenbank, Vergleich oder Rangliste, Presse, Bewertungsportal, Wikipedia, Forum. Dann prüfen Sie für jede Quelle, ob Sie dort vorkommen und wie.

Die Forschung stützt diesen Weg. Chen und Mitautoren fanden bei ChatGPT, Perplexity und Gemini eine systematische Bevorzugung unabhängiger Drittquellen gegenüber Seiten der Marke selbst, deutlich stärker als bei Google (Vorabveröffentlichung auf arXiv, 10.09.2025). In unserer Optikermessung vom 11.09.2026 zitierten die Systeme allein das Verzeichnis local.ch in 160 von 318 Antworten. Wer in den Quellen fehlt, aus denen eine Antwort entsteht, hat es schwer, in der Antwort zu stehen.

Für Weiterbildung in der Schweiz kommen als Quellen etwa die Weiterbildungssuche auf berufsberatung.ch, das Register der Institutionen mit dem Qualitätslabel eduQua (laut SVEB über 1'000), die Kursplattform des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung, Vergleichsportale, Seiten von Hochschulen und Berufsverbänden sowie Fachmedien in Frage. Welche davon zählen, zeigen die Quellen in Ihren Antworten, nicht diese Liste.

Für Copilot gibt es Daten aus erster Hand: Der Bericht AI Performance in den Bing Webmaster Tools zeigt seit Februar 2026 als öffentliche Vorschau, welche Ihrer Seiten in Antworten zitiert werden und, als Stichprobe, mit welchen Suchphrasen die KI sie abgerufen hat (Bing Webmaster Blog, abgerufen am 22.09.2026).

Schritt 4: die eigenen Seiten gegen die Frage halten

Nehmen Sie jede Frage, die Sie verlieren, und die Seite des Wettbewerbers, die dazu zitiert wird. Dann suchen Sie Ihre Seite, die dieselbe Frage beantwortet. Bei Weiterbildungsanbietern lohnt der Blick, ob es je Lehrgang eine eigene Seite gibt, die Abschluss, Dauer, Kosten, Starttermine, Ort, Format und Zulassung im Klartext nennt. Microsoft schreibt in den Bing Webmaster Guidelines, dass Seiten mit einem Hauptthema und den wichtigsten Angaben weit oben eher als Grundlage für Antworten ausgewählt werden.

Dann die Technik, weil sie sich am schnellsten beheben lässt:

  • Zugang. Darf OAI-SearchBot Ihre Seiten lesen, und lassen Hosting und CDN die Anfragen durch? OpenAI nennt beides als Voraussetzung für die Suchantworten in ChatGPT. Seit dem 15. September 2026 sperrt Cloudflare nach eigener Ankündigung auch Crawler mit mehreren Zwecken wie Googlebot und Bingbot, wenn eine Website dort das Training von Sprachmodellen sperrt. Prüfen Sie diese Einstellung jetzt.
  • Darstellung. Laden Kursdaten erst per JavaScript aus einem Buchungssystem, sehen manche Crawler sie nicht. In einer Auswertung, die Vercel im Dezember 2024 veröffentlicht hat, führte keiner der grossen Crawler für Sprachmodelle JavaScript aus, auch nicht die von OpenAI und Perplexity; Microsoft rät, wichtige Inhalte nicht hinter clientseitigem Rendering zu verstecken.
  • Index. Stehen die Seiten im Index von Google und Bing? Die Search Console und die Bing Webmaster Tools zeigen es je Adresse.
  • Markup. Die Darstellung «Course Info» für Kursdaten hat Google 2025 eingestellt, laut Google ohne Folgen für das Ranking; die verbleibende Kursliste gibt es nur für englische Seiten. Das Markup kann bleiben, ersetzt aber keine Seite, die die Frage beantwortet.

Schritt 5: Bekanntheit ehrlich einordnen

Manche Rückstände haben keinen technischen Grund. Chen und Mitautoren fanden in einem Versuch mit ChatGPT und Perplexity, dass Fragen ohne Markennamen zu den grossen, bekannten Marken tendieren. In unserer Optikermessung stand in 87,7 Prozent der Antworten auf die Stadtfragen mindestens eine Filialkette. Dazu kommt das Trainingswissen: Für Produktergebnisse schreibt OpenAI, dass ChatGPT auch die Antwort berücksichtigt, die das Modell vor der Suche selbst erzeugt. Wer seit Jahren in Presse, Verbandslisten und Verzeichnissen steht, dürfte im Modell stärker verankert sein als ein jüngerer Anbieter.

Daraus folgt keine Resignation, sondern eine Auswahl. Gegen einen bekannteren Wettbewerber lohnt es sich, zuerst die genaue Frage zu gewinnen, nicht die breite. Unsere eigene Messung zeigt dieses Muster: Bei der jungen Frage nach Sichtbarkeit in der KI kommen wir in der Schweiz vor, bei der Frage nach SEO nicht. Für einen Weiterbildungsanbieter heisst das: ein bestimmter Lehrgang, an einem bestimmten Ort, in einem bestimmten Format.

Was eine Ursachenanalyse liefern muss

Ob Sie die Analyse selbst machen oder einen Partner beauftragen, am Ende sollten diese sieben Dinge vorliegen:

  1. Der Fragenkatalog im Wortlaut, mit Datum eingefroren.
  2. Die Rohdaten je System und Frage, mit Vertrauensbereichen.
  3. Die Aufteilung nach Fragetyp, Ort und System.
  4. Die Quellenliste mit den Lücken: wo die Wettbewerber stehen und Sie nicht.
  5. Die technische Prüfung von Zugang, Darstellung und Index.
  6. Der Abgleich Ihrer Seiten mit den Fragen, die Sie verlieren.
  7. Massnahmen nach Aufwand und erwarteter Wirkung, mit einem Termin für die Nachmessung.

Was eine seriöse Analyse nicht liefert: eine Garantie, einen genauen Anteil jeder Ursache oder das Versprechen, einen Wettbewerber zu verdrängen. Wie gross die Wirkung einer Massnahme ist, zeigt erst die Nachmessung. Bei Kontaktkompass, einem Kunden aus Baar ZG, stieg die Nennungsquote nach dem Relaunch von 49 auf 74 Prozent, gemessen mit zehn festen Fragen an drei Systeme und je 90 Antworten am 05.08. und 09.09.2026; bei Gemini nur von 37 auf 47 Prozent. Ein einzelner Monatssprung ist noch kein Trend, belastbar wird die Reihe ab der dritten Messung (Referenzen).

So gehen wir bei der Frascati GmbH vor, einer Digitalagentur aus Allschwil bei Basel: Wir messen mit derselben Methode, die wir für unsere Branchenstudien und für uns selbst offenlegen, und liefern die sieben Punkte oben. Einen ersten Eindruck gibt der kostenlose GEO-Check. Die Umsetzung läuft in der monatlich kündbaren Betreuung ab CHF 1'500 im Monat, zuzüglich MWST; SEO und GEO laufen dort gemeinsam, GEO kostet keinen Aufpreis. Woran Sie einen passenden Partner erkennen, steht im Beitrag über die GEO Agentur.

Häufige Fragen

Warum nennt ChatGPT andere Anbieter, obwohl wir bei Google vor ihnen stehen?

Weil ChatGPT die Frage laut OpenAI in der Regel in eine oder mehrere gezieltere Suchanfragen umschreibt und die Antwort aus den Quellen baut, die es dazu findet. Google beschreibt für AI Overviews und AI Mode ein ähnliches Vorgehen mit mehreren verwandten Suchen. Eine gute Position bei Google hilft, ist aber keine Zusage für eine Nennung.

Wie viele Fragen braucht eine belastbare Analyse?

Je Kaufabsicht mehrere Formulierungen, jede mehrmals, an jedes System. In unserer Optikermessung waren es fünf Formulierungen je Stadt in zwei Läufen an drei Systeme, also 30 Antworten je Stadt, und selbst da blieben die Vertrauensbereiche breit. Weniger reicht für eine Tendenz, nicht für einen Vergleich mit Wettbewerbern.

Warum nennt uns Gemini nie, ChatGPT aber schon?

Weil die Systeme verschiedene Indizes und Quellen nutzen. In unserer Messung über uns selbst nannten uns die drei getesteten Modellstufen von ChatGPT in 2 bis 4 von je 27 Antworten, Gemini in keiner von 54. Prüfen Sie in diesem Fall zuerst den Google Index und Ihr Unternehmensprofil bei Google.

Können wir einen Wettbewerber aus den Antworten verdrängen?

Nicht gezielt. In unserer Optikermessung standen im Schnitt gut fünf Anbieter in einer Antwort, 1'668 Nennungen in 318 Antworten, und niemand kann den Systemen vorgeben, wen sie weglassen. Sie können nur die eigene Wahrscheinlichkeit erhöhen, genannt zu werden: mit der Seite, die die Frage beantwortet, und mit Einträgen in den Quellen, die zitiert werden.

Wie schnell sieht man nach Massnahmen eine Veränderung?

Technische Korrekturen können wirken, sobald die Seiten neu gelesen sind; Google nennt dafür wenige Tage bis wenige Wochen. Neue Seiten und Einträge bei Dritten brauchen länger, weil sie erst gefunden und zitiert werden müssen. Messen Sie nach vier bis acht Wochen mit denselben Fragen nach und lesen Sie erst ab der dritten Messung einen Trend.

Wo Sie heute stehen, zeigt der kostenlose Check der Sichtbarkeit in der KI mit drei neutralen Fragen an Perplexity, ChatGPT und Gemini. Für eine Ursachenanalyse mit Ihren eigenen Messdaten ist ein Gespräch von 30 Minuten der einfachste Anfang.

Fabiano Frascati

Geschrieben von

Fabiano Frascati

Gründer von Frascati. Hilft Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich, vom KMU bis zum Konzern, online professionell aufzutreten.

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