Ihre Position in ChatGPT und ähnlichen Assistenten prüfen Sie mit 15 bis 30 Einkäuferfragen ohne Ihren Firmennamen, die Sie ChatGPT, Perplexity, Gemini und Copilot mit Websuche mehrfach stellen und protokollieren. Verbessern lässt sie sich über die Quellen, aus denen die Antworten entstehen: Produktseiten mit zitierbaren Angaben, Verzeichnisse und Fachpresse, überall gleiche Firmendaten. Eine Nennung kann Ihnen niemand zusagen. Zeigen können Sie der Geschäftsleitung aber, wo Sie stehen, warum, und was sich nach jedem Quartal bewegt hat.
Warum das die Geschäftsleitung betrifft
In der Schweiz nutzen 41 Prozent der Erwerbspersonen generative KI bei der Arbeit, in Europa liegt nur Norwegen höher (Bundesamt für Statistik, Omnibus 2025, publiziert am 21.04.2026). Führungskräfte sowie intellektuelle und wissenschaftliche Berufe gehören laut BFS zur Gruppe mit der häufigsten Nutzung. Das heisst nicht, dass jeder Einkäufer per Chat sucht, wohl aber, dass ein Teil der Einkäufer und Ingenieure die Frage «Wer fertigt so etwas in der Schweiz?» einem Assistenten stellen dürfte, bevor er Ihre Website sieht.
Dass einzelne Zulieferer in diesen Antworten vorkommen, haben wir am 12.09.2026 gemessen (über die Programmierschnittstelle, nicht über die Apps): acht eigenständige Zulieferer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, je fünf Einkäuferfragen zu Produkt und Region an Perplexity und Gemini mit Websuche, an ChatGPT wegen eines Kostendeckels nur die erste Frage. In 58 von 86 Antworten stand der Betrieb, nach dessen Produkt und Region gefragt wurde, bei einem nur in 1 von 11. Die Stichprobe ist klein, nur ein Betrieb stammt aus der Schweiz. Alle Einzelheiten stehen auf der Seite Sichtbarkeit für B2B.
Die Fragen Ihrer Einkäufer festlegen
Gemessen wird mit den Fragen Ihrer Kundschaft, nicht mit Ihrem Firmennamen. Drei Arten gehören in die Liste:
- Beschaffungsfragen nach Verfahren, Werkstoff, Losgrösse und Region: «Welche Hersteller fertigen Drehteile aus Titan für die Medizintechnik in der Schweiz?» oder «Wer übernimmt Blechbearbeitung in Kleinserien im Kanton Aargau?»
- Anwendungsfragen, die vom Problem des Kunden ausgehen: «Welche Antriebe eignen sich für Reinräume, und wer liefert sie in der Schweiz?»
- Firmenfragen wie «Was stellt die Muster AG her, welche Zertifikate hat sie, wo produziert sie?» Sie messen nicht die Empfehlung, sondern ob die Beschreibung stimmt.
Stellen Sie die Beschaffungsfragen auch auf Französisch und Englisch, wenn Sie in die Romandie oder ins Ausland liefern, und nennen Sie die Region in jeder Frage. Eine Antwort für Solothurn sagt nichts darüber, wen ein Einkäufer in Lyon oder Stuttgart genannt bekommt.
So messen Sie, was ein Einkäufer sieht
Die Assistenten holen ihre Quellen aus unterschiedlichen Suchindizes. ChatGPT schreibt die Frage laut OpenAI teils in eine oder mehrere Suchanfragen an Suchpartner um; für die eigene Suche liest der Suchroboter OAI-SearchBot die Websites. Microsoft Copilot holt Webinhalte aus der Suche von Bing, auch in der Version für Unternehmen, solange die Informatik die Websuche nicht abschaltet (Microsoft Learn, Stand 18.08.2026). Die AI Overviews und der AI Mode von Google verlinken nur Seiten aus dem Index der Google Suche, für Gemini beschreibt Google die Anbindung an die Google Suche als Weg zu aktuellen Inhalten, und Perplexity sucht nach eigenen Angaben in Echtzeit im Web. Messen Sie deshalb bei allen vier Anbietern, nicht bei einem.
- Sauber fragen: abgemeldet oder im privaten Fenster, mit eingeschalteter Websuche. Laut der Hilfeseite von OpenAI zur Websuche kann ChatGPT den ungefähren Standort und gespeicherte Erinnerungen nutzen; beides färbt Ihre Messung.
- Wiederholen: jede Frage mindestens dreimal, an verschiedenen Tagen. In einer Untersuchung von SparkToro vom 28.01.2026 kam dieselbe Liste von Marken bei wiederholter Frage in weniger als einem von hundert Fällen zweimal vor. Zählen Sie, wie oft Sie genannt werden, nicht an welcher Stelle.
- Genannt und zitiert trennen: «Genannt» heisst, Ihr Firmenname steht im Antworttext. «Zitiert» heisst, eine Ihrer Seiten ist als Quelle verlinkt. Beides kommt auch einzeln vor und bedeutet etwas anderes.
- Quellen notieren: eigene Seiten, Verzeichnisse, Fachportale, Mitbewerber. Die Spalte mit den Quellen ist die wertvollste Ihrer ganzen Tabelle.
Zwei Zahlen gibt es ohne Werkzeug: In der Google Search Console zeigt ein eigener Bericht, wie oft Ihre Seiten in den AI Overviews und im AI Mode erschienen, je Seite und Land, laut Google seit dem 31. August 2026 für alle Websites. Die Bing Webmaster Tools zählen seit Februar 2026, wie oft Ihre Seiten in Copilot als Quelle dienen. Wie eine Handmessung im Detail aussieht, steht in unserer Anleitung zum Messen.
Die Quellen lesen und die Ursache finden
Die zitierten Quellen zeigen, wo Sie ansetzen. In unserer Messung vom 12.09.2026 waren es neben den Websites der Betriebe vor allem Verzeichnisse: wlw.de stand in 44 der 86 Antworten, europages.de in 17, linkedin.com in 15. In den Antworten zum Schweizer Betrieb kamen wlw.ch, kompass.com und die Standortförderung des Kantons Solothurn vor. Ein Modell nimmt, was es findet: In einer Antwort von ChatGPT waren zwei von neun Quellen ein Stelleninserat als PDF und ein Ausstellerverzeichnis.
Aus der Quellenspalte lesen Sie einen von drei Befunden ab:
- Ihre Website wird nie zitiert. Prüfen Sie, ob robots.txt, Firewall oder CDN die Suchroboter von OpenAI, Perplexity, Bing und Google aussperren; OpenAI verlangt ausdrücklich, dass Hoster und CDN seine veröffentlichten Adressen durchlassen. Laut den Richtlinien für Bing schliesst die Angabe noarchive Inhalte von Antworten in Copilot aus. Und stehen Ihre technischen Daten nur in Bildern oder eingescannten Katalogen, fehlt der Text, den ein Modell zitieren kann.
- Verzeichnisse werden zitiert, Sie aber nicht genannt. Mögliche Gründe: Ihr Eintrag fehlt, ist veraltet oder beschreibt Sie mit anderen Begriffen als die Frage. Gleichen Sie Firmenname, Produkte, Verfahren und Zertifikate mit dem Handelsregister und Ihrer Website ab.
- Sie werden genannt, aber falsch beschrieben. Suchen Sie die Quelle der alten Angabe und lassen Sie sie dort korrigieren. Ohne Websuche antwortet ein Modell aus seinem Training; das aktuelle Spitzenmodell von OpenAI hat laut Entwicklerdokumentation, abgerufen am 22.09.2026, einen Wissensstand bis zum 30. April 2026. Was nach dem Stichtag korrigiert wurde, sieht ein Modell ohne Websuche erst nach dem nächsten Training.
Massnahmen nach Wirkung ordnen
- Zugang und Technik: Suchroboter zulassen, Inhalte als Text im HTML ausliefern, in der Search Console unter «Generative KI in der Google Suche» die voreingestellte Freigabe belassen und Änderungen per IndexNow an Bing melden. Microsoft empfiehlt IndexNow ausdrücklich, damit Copilot weniger veraltete Seiten zitiert.
- Produktseiten, die zitiert werden können: je Produktgruppe eine Seite mit Werkstoffen, Toleranzen, Losgrössen, Normen und Zertifikaten, Branchen und Standort im Klartext, das Wichtigste zuoberst. Microsoft nennt in seinen Richtlinien genau das: Kerninformationen früh, Aussagen, die ohne Zusammenhang verständlich sind.
- Einheitliche Firmendaten: derselbe Name wie im Handelsregister auf Website, LinkedIn und in den Verzeichnissen, dazu strukturierte Daten vom Typ Organization mit Verweisen (sameAs) auf diese Profile. Laut Google kann das helfen, eine Organisation eindeutig zuzuordnen; eine Garantie ist es nicht.
- Verzeichnisse und Drittquellen: die Einträge, die in den Antworten Ihrer Branche auftauchen, vollständig und gleichlautend, dazu Verbände, Messen und Fachpresse. Vorsicht bei Formularen für kostenpflichtige Einträge: Das UWG verlangt in Art. 3 Abs. 1 Bst. p, dass solche Angebote Entgelt, Laufzeit und Gesamtpreis deutlich nennen.
- Sprachen der Märkte: Produktseiten auf Französisch und Englisch, lokalisiert statt nur übersetzt. Wie das technisch sauber geht, steht im Beitrag zur mehrsprachigen Website.
Für die Google Suche nicht nötig sind Dateien und Markierungen, die angeblich nur für KI gedacht sind. Google schreibt, dass es für AI Overviews und AI Mode weder neue maschinenlesbare Dateien noch besondere strukturierte Daten braucht. Microsoft warnt, dass Inhalte, die Sprachmodelle manipulieren sollen, zu weniger Sichtbarkeit oder zum Ausschluss führen können.
Was Sie der Geschäftsleitung berichten
Ein Bericht pro Quartal genügt, immer mit denselben Fragen. Diese Kennzahlen tragen:
| Kennzahl | Quelle | Was sie zeigt |
|---|---|---|
| Anteil der Antworten mit Nennung, je Fragengruppe und System | eigene Messung, mit Zahl der Antworten | wie oft Sie in den Antworten vorkommen |
| Zitierte Quellen, eigene und fremde | eigene Messung | wo die Arbeit ansetzt |
| Fehler in der Firmenbeschreibung | Firmenfragen an jedes System | ob Ihr Bild stimmt |
| Impressionen in AI Overviews und AI Mode | Google Search Console | Sichtbarkeit in der Google Suche |
| Zitate in Copilot | Bing Webmaster Tools | Sichtbarkeit bei Microsoft |
| Besuche und Anfragen aus Assistenten | Webanalyse mit utm_source=chatgpt.com, Frage im Erstkontakt | ob aus Sichtbarkeit Geschäft wird |
Eine Quote ohne die Zahl der Antworten dahinter ist keine Kennzahl, sondern eine Behauptung. Legen Sie den Ausgangswert fest, bevor Sie etwas ändern; belastbar wird eine Reihe ab der dritten Messung. Zwischen Nennung und Anfrage kann viel Zeit vergehen, deshalb stehen beide getrennt im Bericht.
Was realistisch ist, und was nicht
- Niemand kann ein Sprachmodell zwingen, Sie zu nennen. OpenAI schreibt, dass die Platzierung in der Suche von ChatGPT nicht garantiert ist, Microsoft, dass GEO keine Zitate garantiert.
- Jeder Einkäufer bekommt eine eigene Antwort, geprägt von Ort, Formulierung und Verlauf. Ihre Messung ist eine Stichprobe.
- Nennungen sind keine Anfragen. Ein guter Eintrag ersetzt weder Vertrieb noch Messe.
- Anzeigen ändern daran nichts: OpenAI zeigt seit August 2026 auch in Deutschland und Österreich Anzeigen in ChatGPT, laut Mitteilung vom 18.08.2026 getrennt von den Antworten und ohne Einfluss darauf.
So gehen wir bei der Frascati GmbH vor, einer Digitalagentur aus Allschwil bei Basel: zuerst die Nullmessung mit Ihren Produktbegriffen und Ihrer Region, dann eine Tabelle Begriff gegen vorhandene Seite und Eintrag, danach die Umsetzung je Produktgruppe und eine monatliche Messung mit denselben Fragen. Für Industrie und Zulieferer haben wir noch keinen Kunden; was wir zeigen können, ist unsere Messung vom 12.09.2026 und die Methode, die für alle Kunden gleich ist. Die Zahlen dazu stehen auf der Seite Messungen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis sich unsere Position verändert?
Assistenten mit Websuche sehen neue oder korrigierte Seiten, sobald diese neu gelesen sind; eine geänderte robots.txt übernehmen OpenAI und Perplexity nach eigenen Angaben innert rund 24 Stunden. Verzeichnisse und Fachartikel wirken erst, wenn sie selbst gefunden werden, und Modelle ohne Websuche lernen erst mit dem nächsten Training. Rechnen Sie in Quartalen, nicht in Wochen.
Brauchen wir dafür ein kostenpflichtiges Werkzeug?
Für den Anfang nicht. Eine Liste von 15 bis 30 Fragen, eine Tabelle und die kostenlosen Berichte von Google und Bing genügen für die erste Messung. Ein Werkzeug lohnt sich, wenn Sie viele Fragen in mehreren Sprachen regelmässig verfolgen wollen und intern jemand die Ergebnisse umsetzt.
Was tun, wenn ChatGPT veraltete Angaben über uns macht?
Fragen Sie mit eingeschalteter Websuche nach und öffnen Sie die verlinkten Quellen. Steht die falsche Angabe auf einer fremden Seite, bitten Sie dort um Korrektur. Steht sie nirgends, stammt sie vermutlich aus dem Training des Modells; dann hilft nur, die richtige Angabe auf Ihrer Website und in Ihren Einträgen eindeutig zu halten, bis ein neues Modell sie übernimmt.
Welche Verzeichnisse zählen für Schweizer Industrieunternehmen?
Das zeigt Ihre eigene Messung, denn die Quellen unterscheiden sich je Branche und Land. In unserer Messung vom 12.09.2026 tauchten bei Zulieferern wlw, Europages, Kompass und LinkedIn auf, in der Schweiz zusätzlich die Standortförderung des Kantons. Wichtiger als die Zahl der Einträge ist, dass überall derselbe Firmenname und dieselben Angaben stehen.
Gilt das auch für unsere Märkte in Deutschland und Österreich?
Ja, mit eigenen Fragen und eigenen Quellen. In unserer Messung unterschieden sich die meistzitierten Quellen je Land, und die Region gehört in jede Frage, sonst antwortet das Modell für das falsche Gebiet. Messen Sie jeden Markt getrennt und in seiner Sprache.
Wenn Sie sehen wollen, ob Ihr Betrieb heute genannt wird: Der kostenlose Check stellt Perplexity, ChatGPT und Gemini mit Websuche Kundenfragen zu Ihrer Branche und Region, ohne Ihren Firmennamen vorzugeben. Für die Vorbereitung auf die Sitzung mit der Geschäftsleitung genügt danach ein Gespräch von 30 Minuten.

