Ob eine veraltete Website aufgefrischt oder neu gebaut werden sollte, entscheiden drei Fragen: Funktioniert sie am Handy einwandfrei? Bringt sie regelmässig Anfragen? Und können Sie Texte und Bilder selbst ändern, ohne jemanden zu bezahlen? Zweimal oder dreimal Nein bedeutet fast immer: Ein Neubau ist unterm Strich günstiger als jahrelanges Flickwerk. Einmal Nein oder nur ein ungutes Gefühl beim Design bedeutet: Gezieltes Auffrischen reicht wahrscheinlich – und kostet einen Bruchteil. Mit dem Selbst-Check weiter unten haben Sie die Antwort in fünf Minuten, und danach zeigen wir, wie eine Erneuerung abläuft, ohne dass Ihre Google-Platzierungen verloren gehen.
«Veraltet» ist dabei nicht zuerst eine Frage der Optik. Eine Website kann altmodisch aussehen und trotzdem zuverlässig Kunden bringen – und eine hübsche Seite kann technisch so verbaut sein, dass sie niemand findet. Darum lohnt es sich, kurz systematisch hinzuschauen, bevor Sie Geld ausgeben.
Woran erkenne ich, dass meine Website veraltet ist?
Beantworten Sie diese zehn Fragen ehrlich mit Ja oder Nein:
1. Sieht die Seite am Handy zusammengedrückt aus, oder müssen Sie zoomen, um Texte zu lesen?
2. Dauert das Laden spürbar – zählen Sie im Mobilfunknetz langsam auf drei?
3. Steht irgendwo ein Copyright-Jahr oder eine «Aktuelles»-Meldung, die älter als zwei Jahre ist?
4. Fehlen echte Fotos von Ihnen, Ihrem Team oder Ihren Projekten – stattdessen Stockbilder oder gar keine?
5. Müssen Sie für jede Textänderung jemanden bezahlen oder bitten?
6. Läuft die Seite auf einem alten System, das niemand mehr aktualisieren will (uraltes WordPress, Flash, ein verlassener Baukasten)?
7. Fehlt das Schloss-Symbol im Browser (kein https)?
8. Kommen über die Seite kaum oder keine Anfragen?
9. Wirkt der Auftritt neben dem Ihres stärksten Mitbewerbers sichtbar älter?
10. Schämen Sie sich ein bisschen, wenn Sie die Adresse auf eine Offerte drucken?
Auswertung: Bei null bis zwei Ja ist Ihre Website in Ordnung – investieren Sie in Inhalte und Sichtbarkeit statt in ein Redesign. Bei drei bis fünf Ja lohnt sich gezieltes Auffrischen. Ab sechs Ja – oder sobald Frage 1, 6 oder 7 mit Ja beantwortet ist – rechnet sich Flickwerk selten: Dann ist der Neubau der ehrlichere Weg.
Website nicht mobiltauglich: das schwerste Warnsignal
Wenn Ihre Website am Handy nicht sauber funktioniert, ist das kein Schönheitsfehler, sondern das eine K.-o.-Kriterium. Deutlich mehr als die Hälfte der Besuche bei Schweizer Dienstleistern passiert am Smartphone, und Google bewertet Websites seit Jahren zuerst in der Handy-Ansicht. Eine nicht mobiltaugliche Seite verliert also doppelt: Besucher springen ab, und die Platzierungen sinken. Mobiltauglichkeit lässt sich bei alten Seiten fast nie sinnvoll «nachrüsten» – das Fundament stammt aus einer Zeit, in der es nur Bildschirme gab. In diesem Fall können Sie sich den Rest des Entscheidungsbaums sparen: neu bauen.
Auffrischen oder neu bauen? Der Entscheidungsbaum
Gezieltes Auffrischen genügt, wenn das Fundament gesund ist: Die Seite funktioniert am Handy, das System dahinter wird noch gepflegt, und die Inhalte stimmen grundsätzlich. Dann bringen neue Fotos, überarbeitete Texte mit klarer Ansprache, eine sichtbare Telefonnummer und ein schnellerer Auftritt oft mehr als ein kompletter Neuanfang – zu deutlich geringeren Kosten.
Ein Neubau ist der günstigere Weg, wenn das Fundament das Problem ist: keine Mobiltauglichkeit, ein verwaistes oder unsicheres System, kein eigener Zugriff auf die Seite, oder wenn sich die Mängel aus dem Selbst-Check häufen. Jede einzelne Reparatur wirkt dann billig, aber die Summe der Reparaturen übersteigt schnell den Preis eines sauberen Neuaufbaus – und am Ende steht trotzdem eine alte Seite. Wie ein Neubau bei uns abläuft, mit fixem Preis und fixem Liefertermin, steht auf der Seite Website erstellen lassen.
Ein ehrlicher Hinweis aus der Praxis: Agenturen verdienen an beidem. Misstrauen Sie pauschalen «Das muss alles neu»-Aussagen genauso wie endlosen Stundenpaketen fürs Flicken. Verlangen Sie immer eine Begründung entlang der Fragen oben.
Homepage erneuern, ohne die Google-Platzierungen zu verlieren
Die häufigste Angst vor dem Relaunch ist berechtigt, aber lösbar: Ja, bei einem unsauberen Neubau können Platzierungen verloren gehen – und zwar dann, wenn die alten Seitenadressen ins Leere laufen. Die Lösung ist Handwerk, kein Glück: Jede alte Adresse wird per dauerhafter Weiterleitung auf die passende neue Seite umgeleitet, die Inhalte, die heute ranken, bleiben inhaltlich erhalten, und nach dem Start wird in der Google Search Console kontrolliert, ob alles sauber ankommt. Wie das im Detail funktioniert, haben wir im Beitrag Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust Schritt für Schritt beschrieben.
Und das Wichtigste zuerst: Behalten Sie immer Ihre Domain. Die Internetadresse trägt Ihre gesamte Google-Historie, steht auf Ihren Drucksachen und in jedem Verzeichnis. Ein Neubau wechselt das Haus, nie die Adresse.
Was Sie aus der alten Website mitnehmen sollten
Ein Neubau heisst nicht, bei null anzufangen. Wertvoll und mitnehmbar sind: Ihre Domain samt Google-Historie, bewährte Texte und echte Projektfotos, Kundenstimmen und Bewertungen, und die Erkenntnis, welche Seiten bisher Anfragen gebracht haben. Sichern Sie ausserdem vor jedem Umbau alle Zugänge – Domain, Hosting, Verwaltung – auf Ihre eigene Firma. Falls die bei einem früheren Dienstleister liegen, klären Sie das zuerst; wie das geht, steht in unserem Rettungs-Leitfaden «Webdesigner meldet sich nicht mehr».
Wie oft sollte man eine Website erneuern?
Als Faustregel für Schweizer KMU: Die Technik hält vier bis sechs Jahre, dann haben sich Geräte, Google und Sehgewohnheiten so weit bewegt, dass eine Erneuerung fällig wird. Die Inhalte dagegen sind nie «fertig» – Referenzen, Bilder und Antworten auf Kundenfragen gehören laufend gepflegt. Eine Website, die sechs Jahre unangetastet blieb, ist praktisch immer in mehreren der zehn Punkte oben auffällig.
Der erste Schritt: prüfen statt raten
Bevor Sie sich für Auffrischen oder Neubau entscheiden, holen Sie sich eine neutrale Bestandsaufnahme: Unser kostenloser Website-Check misst automatisch, wie schnell Ihre Seite lädt, wie sie am Handy dasteht und wie sichtbar sie bei Google ist – Sie geben nur Ihre Adresse ein und erhalten einen verständlichen Bericht. Mit diesem Ergebnis und dem Selbst-Check oben wissen Sie genau, wo Sie stehen. Wenn Sie das Resultat einordnen möchten: Im kurzen Gespräch sagen wir Ihnen ehrlich, ob Auffrischen reicht oder ein Neubau die bessere Investition ist – auch dann, wenn die Antwort lautet: «Ihre Seite ist gut, lassen Sie sie in Ruhe.»






