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23. September 2026 · 10 Min. Lesezeit

Sichtbarkeit in ChatGPT: Monitoring einkaufen oder Agentur beauftragen?

Ein Monitoring zeigt, wie oft ChatGPT, Perplexity und Gemini Ihre Firma nennen, aber nicht warum: Es reicht, wenn intern jemand umsetzt, sonst lohnt eine Agentur, die misst und umsetzt, mit Fragenliste und Rohdaten in Ihrer Hand.

Fabiano Frascati

Von Fabiano Frascati

Gründer von Frascati

Illustration: Person liest Zeitung auf einem Bürostuhl

Ein Monitoringwerkzeug lohnt sich, wenn in Ihrem Team jemand die Zahlen jede Woche liest und daraus Arbeit ableitet: Seiten ergänzen, Einträge pflegen, Technik korrigieren. Fehlt diese Zeit oder das Wissen, kaufen Sie eine Kurve, die sich nicht bewegt; dann ist eine Agentur, die misst und umsetzt, die bessere Wahl. In beiden Fällen sollten Fragenliste, Konto und Rohdaten Ihnen gehören, nicht dem Anbieter.

Für Softwareanbieter mit Abomodell (SaaS) ist die Frage dringend. In einer Befragung der Bewertungsplattform G2 unter 1'076 Entscheidern aus drei Weltregionen, darunter Europa, beginnen 51 Prozent ihre Suche nach Software inzwischen häufiger bei einem Chatbot als bei Google (Mitteilung vom 15.04.2026). Die Zahl stammt aus einer weltweiten Befragung, nicht aus der Schweiz; als Richtung taugt sie trotzdem.

Was ein Monitoringwerkzeug misst

Ein Monitoringwerkzeug stellt eine feste Liste von Fragen (Prompts) regelmässig an Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini, Copilot und die AI Overviews von Google und zählt aus, was in den Antworten steht:

  • Genannt: Ihr Firmenname oder Produktname steht im Antworttext.
  • Zitiert: Eine Ihrer Seiten ist als Quelle verlinkt. Ihre Seite kann als Quelle dienen, während die Antwort einen Mitbewerber empfiehlt.
  • Anteil gegenüber Mitbewerbern: wie oft Sie im Vergleich zu festgelegten Wettbewerbern vorkommen, oft «Share of Voice» genannt.
  • Beschreibung und Quellen: ob stimmt, was über Sie steht, und welche Seiten zitiert werden.

Wie belastbar solche Zahlen sind, hat SparkToro untersucht (Studie vom 28.01.2026): 600 Freiwillige stellten zwölf Empfehlungsfragen 2'961 Mal an ChatGPT, Claude und die AI Overviews von Google. Die Chance, zweimal dieselbe Liste von Marken zu erhalten, lag unter 1 zu 100, in derselben Reihenfolge unter 1 zu 1'000. Aussagekräftig war dagegen, wie oft eine Marke über viele Wiederholungen auftauchte. Ein Platz in einer Antwort von ChatGPT ist deshalb keine Kennzahl, der Anteil der Antworten mit Nennung über viele Wiederholungen schon.

Was ein Werkzeug nicht sieht

  • Die Antwort, die Ihr Interessent bekommt. Laut der Hilfeseite von OpenAI zur Websuche (abgerufen am 22.09.2026) kann ChatGPT den ungefähren Standort und, wenn die Erinnerungsfunktion aktiv ist, gespeicherte Angaben der Person nutzen, um die Suchanfrage umzuschreiben. Ein Werkzeug fragt ohne diese persönlichen Angaben und vom Standort seines eigenen Servers aus.
  • Die Sicherheit einer Veränderung. In unserer Messung über die eigene Firma vom 13.09.2026 (über die Programmierschnittstelle, nicht über die Apps) lagen drei Varianten von ChatGPT bei denselben Fragen zwischen 7,4 und 14,8 Prozent Nennungen, mit je 27 Antworten. Die Vertrauensbereiche überlappen, der Unterschied ist nicht gesichert. Was in einer Wochenkurve wie ein Trend aussieht, ist bei kleinen Stichproben oft Zufall.
  • Den Grund im Einzelfall. Viele Werkzeuge zeigen die zitierten Quellen und prüfen die Technik. Warum ein Mitbewerber öfter genannt wird und was Sie dagegen tun, bleibt Auswertung.

Ein Monitoring beantwortet die Frage «wie oft», die eigentliche Arbeit beginnt bei der Frage «warum». Ein banaler Fehler, den wir selbst erlebt haben: Ein Werkzeug suchte unsere Marke unter einem automatisch erkannten Namen, den es nicht gibt, und meldete folgerichtig keine Nennung.

Was Sie kostenlos schon messen können

Vorher lohnt ein Blick in die Berichte der Plattformen selbst:

  • Google Search Console: Seit dem 3. Juni 2026 zeigt ein eigener Bericht, wie oft Links zu Ihrer Website in den AI Overviews und im AI Mode erschienen, nach Seite, Land, Gerät und Datum. Laut Google ist er seit dem 31. August 2026 für alle Websites ausgerollt. Suchanfragen gehören nicht zu seinen Dimensionen.
  • Bing Webmaster Tools: Der Bericht «AI Performance» zählt seit Februar 2026, wie oft Ihre Seiten in Microsoft Copilot als Quelle erscheinen, samt den Suchbegriffen, mit denen die Inhalte abgerufen wurden. Seit Juni 2026 zeigt er in einer Vorschau Ihren Anteil an allen Zitaten je Suchbegriff, ohne die Domains der Mitbewerber.
  • Webanalyse: ChatGPT hängt laut OpenAI an Links aus der Suche automatisch den Parameter utm_source=chatgpt.com an. Damit sehen Sie Besuche aus ChatGPT in Ihrer Webanalyse.
  • Handmessung: Fragen Ihrer Kundschaft an drei Systeme, mehrfach gestellt und protokolliert, wie in unserer Anleitung zum Messen der Sichtbarkeit beschrieben.

Was fehlt, sind Nennungen ohne Klick in ChatGPT, Perplexity und Gemini und der Vergleich mit Wettbewerbern. Diese Lücke füllen die Werkzeuge.

Was Werkzeuge kosten, und was die Stunden kosten

Laut den öffentlichen Preisseiten mehrerer Anbieter, abgerufen am 22.09.2026, beginnen Abonnements bei rund USD 30 im Monat für eine kurze Fragenliste; mehr Fragen und weitere Systeme kosten entsprechend mehr. Weitere Systeme wie Gemini, Claude oder der AI Mode kosten bei einigen Anbietern extra, Lösungen für Konzerne gibt es nur auf Anfrage.

Die Abfragen selbst sind billig: Unsere eigene Messung mit 268 Antworten von acht Modellen hat am 13.09.2026 USD 29.16 an Modellkosten verursacht. Teuer ist nicht die Messung, sondern die Stunde danach: jemand muss lesen, entscheiden und ändern.

Was die Zahlen bewegen kann

Beeinflussen lässt sich die Sichtbarkeit an fünf Stellen, abgeleitet aus den Veröffentlichungen von Google, Microsoft und OpenAI:

  1. Zugang: Die Assistenten antworten aus dem, was ihre Websuche findet, ChatGPT über Suchpartner und den eigenen Suchroboter OAI-SearchBot, Perplexity über PerplexityBot, Copilot über Bing, die AI Overviews über die Google Suche. Diese Suchroboter müssen Ihre Seiten lesen dürfen, und Hoster oder CDN müssen die veröffentlichten Adressen des Suchroboters von OpenAI durchlassen, wie OpenAI es verlangt. In der Search Console bleibt die Website unter «Generative KI in der Google Suche» freigegeben, wie es voreingestellt ist.
  2. Seiten für Vergleichsfragen: Preise, Integrationen, Datenstandort und Sicherheit, Einsatz je Branche, faire Vergleiche mit Alternativen. Der Vergleich von Anbietern ist laut G2 der häufigste Zweck, für den Käufer einen Chatbot bei der Softwaresuche nutzen. 6sense kommt nach einer Befragung von über 4'000 Käufern zum Schluss, dass die meisten Anbieter ihre Funktionen mit künstlicher Intelligenz, deren Sicherheit und Preis auf der Website nicht klar erklären (Mitteilung vom 12.11.2025). Vergleiche dürfen in der Schweiz nicht unrichtig, irreführend oder unnötig herabsetzend sein (UWG Art. 3 Abs. 1 Bst. e).
  3. Drittquellen: Bewertungsplattformen, Verzeichnisse, Fachpresse, Marktplätze Ihrer Integrationspartner. In der Befragung von G2 nannten 45 Prozent die Quellenangabe einer Bewertungsplattform als das Signal, das in einer Antwort am meisten Vertrauen schafft.
  4. Aktualität: Preise und Funktionen ändern sich bei Software laufend. Microsoft empfiehlt in den Richtlinien für Bing, neue und geänderte Seiten per IndexNow zu melden, damit Copilot weniger veraltete Adressen zitiert.
  5. Eindeutige Firmendaten: Strukturierte Daten vom Typ Organization mit Verweisen (sameAs) auf Ihre Profile können Google laut Dokumentation helfen, Ihre Firma eindeutig zuzuordnen. Eine Garantie für eine Anzeige in den Ergebnissen ist das ausdrücklich nicht.

Werkzeug oder Agentur: vier Kriterien

KriteriumEher WerkzeugEher Agentur
Wer setzt um?Marketing oder Produktteam hat feste Stunden für Inhalte, Einträge und TechnikNiemand hat regelmässig Zeit, oder es fehlt Wissen zu Technik und Inhalten
Kennen Sie die Ursachen?Ja, Sie wollen den Verlauf nach eigenen Massnahmen beobachtenNein, Sie sehen nur, dass Mitbewerber öfter genannt werden
Märkte und SprachenEin Markt, eine SpracheMehrere Länder oder Sprachen mit je eigenen Quellen
KostenAbonnement ab rund USD 30 im Monat plus interne StundenMonatshonorar mit fester Stundenzahl für Messung und Umsetzung

Wer niemanden hat, der die Zahlen in Arbeit übersetzt, spart mit dem günstigeren Werkzeug nichts. Umgekehrt braucht ein Team, das Inhalte, Technik und Einträge im Griff hat, keine Agentur, um eine Kurve zu lesen.

Der Weg, den wir meistens empfehlen

  1. Nullmessung: 20 bis 30 Fragen, die Ihre Kundschaft wirklich stellt, ohne Ihren Firmennamen, an mindestens drei Systeme, jede mehrfach. Zum Beispiel: «Welche Software für Zeiterfassung eignet sich für ein Schweizer KMU mit 50 Mitarbeitenden?» oder «Welche Alternativen zu Muster Zeit speichern die Daten in der Schweiz?»
  2. Ursachen klären: Welche Quellen zitieren die Systeme, sind Ihre Seiten erreichbar, stimmen Preise und Funktionen überall?
  3. Entscheiden: Mit Kapazität für die Massnahmen genügt ein Werkzeug auf Ihrem eigenen Konto. Sonst beauftragen Sie jemanden, der misst und umsetzt, mit vorab festgelegter Fragenliste und Zugriff auf die Rohdaten.

So gehen wir bei der Frascati GmbH vor, einer Digitalagentur aus Allschwil bei Basel: Wir legen die Fragen fest, bevor wir etwas ändern, und messen mehrere Systeme in mehreren Läufen. Unsere eigenen Messungen stehen mit Rohdaten auf der Seite Messungen, auch die unbequeme: Frascati kommt dort in 5,2 Prozent von 268 Antworten vor. Bei Kontaktkompass in Baar, einem Anbieter von Telefonakquise für Firmenkunden, stieg die Nennungsquote nach dem Wechsel auf die neue Website in einem Monat von 49 auf 74 Prozent, gemessen mit zehn festen Fragen an drei Systeme in je drei Läufen. Ein einzelner Sprung ist noch kein Trend.

Prüffragen, bevor Sie unterschreiben

Für Werkzeuge und Agenturen gleichermassen:

  • Welche Oberfläche wird abgefragt, die App oder die Programmierschnittstelle, und welches Modell genau?
  • Wie oft wird jede Frage gestellt, und wird die Schwankung ausgewiesen?
  • Lassen sich Land und Sprache je Frage festlegen, etwa Deutsch für die Schweiz und Französisch für die Romandie?
  • Unter welchen Namen sucht das Werkzeug Ihre Marke, mit Schreibvarianten und Domain?
  • Werden «genannt» und «zitiert» getrennt gezählt?
  • Können Sie die Rohantworten exportieren, und bleiben Konto und Fragenliste bei Ihnen, wenn Sie kündigen?

Worauf Sie bei einer Agentur sonst achten sollten, steht im Beitrag GEO Agentur: was sie macht und woran Sie eine gute erkennen.

Häufige Fragen

Reicht ein Monitoringwerkzeug für ein kleines Softwareunternehmen?

Ja, wenn jemand im Team die Auswertung jede Woche liest und daraus Aufgaben ableitet, etwa eine fehlende Vergleichsseite oder einen veralteten Eintrag auf einer Bewertungsplattform. Ohne die Person, die umsetzt, bleibt es ein Bericht ohne Folgen.

Kann eine Agentur eine Nennung in ChatGPT garantieren?

Nein. OpenAI schreibt in seiner Hilfe, dass die Platzierung in der Suche von ChatGPT nicht garantiert ist, und Microsoft hält in seinen Richtlinien für Bing fest, dass GEO keine Zitate garantiert. Niemand kann ein Sprachmodell zwingen, eine Firma zu nennen. Seriös ist eine Zusage zu Arbeit, Stunden und Messung, nicht zu Nennungen.

Kann man sich in die Antworten von ChatGPT einkaufen?

Nein. OpenAI zeigt seit 2026 Anzeigen in ChatGPT, seit August 2026 auch in Deutschland und Österreich (Mitteilung vom 18.08.2026). Laut OpenAI sind sie gekennzeichnet, von den Antworten getrennt und ohne Einfluss auf sie.

Wie schnell verändern sich die Zahlen nach einer Massnahme?

Systeme mit Websuche sehen Änderungen, sobald die Seiten neu gelesen sind; eine geänderte robots.txt übernimmt OpenAI nach eigenen Angaben in rund 24 Stunden. Was ein Modell ohne Websuche weiss, ändert sich erst mit dem nächsten Training: Das aktuelle Spitzenmodell von OpenAI hat laut Entwicklerdokumentation, abgerufen am 22.09.2026, einen Wissensstand bis zum 30. April 2026. Belastbar wird eine Messreihe ab der dritten Messung.

Was kostet die Kombination aus Messung und Massnahmen bei Frascati?

Die Betreuung kostet CHF 1'500, 2'900 oder 4'900 im Monat für rund 8, 15 oder 25 Stunden, zuzüglich Mehrwertsteuer. SEO und GEO laufen in derselben Betreuung, die laufende Messung ist enthalten, und es gibt weder Mindestlaufzeit noch Einrichtungsgebühr. Wer zuerst nur die Ursachen kennen will, bestellt ein Audit für einmalig CHF 1'900. Marktübliche Preise stehen im Beitrag zu den SEO Kosten in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Wenn Sie zuerst wissen wollen, ob Ihre Firma heute überhaupt genannt wird: Der kostenlose Check stellt Perplexity, ChatGPT und Gemini mit Websuche drei Kundenfragen, ohne Ihren Firmennamen vorzugeben. Für die Entscheidung zwischen Werkzeug und Betreuung genügt danach ein Gespräch von 30 Minuten.

Fabiano Frascati

Geschrieben von

Fabiano Frascati

Gründer von Frascati. Hilft Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich, vom KMU bis zum Konzern, online professionell aufzutreten.

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