Wer eine Brille braucht und keinen Optiker kennt, fragt heute oft eine KI. Wir haben drei suchgestützten Modellen dieselbe Kaufabsicht in fünf Formulierungen gestellt, für Basel, Bern, Zürich, Luzern, St. Gallen, Winterthur, Aarau, Thun, Solothurn und Baden. In 83 Prozent der 300 Stadtantworten kommt mindestens einer der fünf lokalen Betriebe vor. Perplexity nennt ihn in 96 Prozent, Gemini in 94 Prozent, ChatGPT nur in 59 Prozent der Antworten. 48 der 50 Optiker werden von mindestens einem Modell genannt.
Die Ketten stehen fast immer mit drin
In 87,7 Prozent der Antworten steht gleichzeitig mindestens eine Filialkette, und 43,6 Prozent aller 1'668 genannten Anbieter sind Ketten. Ein einzelner Betrieb kommt im Mittel in 42,9 Prozent der Antworten seiner Stadt vor, 11 der 50 in weniger als einem Viertel. Dass die Stadt vertreten ist, heisst also nicht, dass es der eigene Laden ist. Als Quellen dienen vor allem Verzeichnisse, local.ch etwa wird in 160 von 318 Antworten zitiert. Erfunden wird kaum noch: Von 110 genannten Domains existiert jede. Ein Sonderfall ist Baden, wo in 17 von 30 Antworten Baden-Baden oder Baden bei Wien auftaucht.
Was die Zahlen nicht sagen
Die Antworten kamen über die Schnittstelle der Modelle, nicht aus den Apps, und stammen von einem einzigen Messtag. Die Stichprobe ist eine Auswahl gut auffindbarer Betriebe, für den Durchschnitt aller Schweizer Optiker dürfte die Quote eher tiefer liegen. Gemessen ist Sichtbarkeit, nicht Umsatz. Tabellen je Modell und Stadt stehen im Beitrag zur Studie, Methode und Rohdaten im Register unserer Messungen.
Veröffentlicht am von Fabiano Frascati



