Unter dem Titel «Suche und KI: Google bleibt, der Klick wandert» zieht Fabiano Frascati, Geschäftsführer der Frascati GmbH, im Blog von persoenlich.com eine Zwischenbilanz zur Vorhersage von Gartner aus dem Februar 2024, das Volumen klassischer Suchmaschinen sinke bis 2026 um 25 Prozent. Als Messgrösse dient ihm das Panel von Datos, einer Firma, die zu Semrush gehört, einem Hersteller von Software für Suchmaschinenmarketing. Das Panel erfasst nur das Surfen am Computer. Danach kamen klassische Suchmaschinen in der EU und Grossbritannien im Juni 2026 auf 9,8 Prozent aller Seitenaufrufe, ein Jahr zuvor auf 10,0 Prozent. Nach einem Einbruch um ein Viertel sehe das nicht aus, widerlegt sei die Vorhersage damit aber auch nicht: Das Jahr läuft noch, und Mobilgeräte und die Schweiz fehlen in diesen Daten.
Verschoben hat sich der Klick
Laut einer Auswertung des Pew Research Center klickten 900 Erwachsene in den USA im März 2025 nur etwa halb so oft auf einen Treffer, wenn bei Google eine Übersicht mit KI darüber stand. Auch bei Medienhäusern ist ein Rückgang messbar: Das Reuters Institute zählte bei mehr als 2'500 Medienwebsites im November 2025 einen Drittel weniger Besuche aus der Google-Suche als ein Jahr zuvor. Welcher Teil davon auf die KI zurückgeht, ist offen. Für Nachrichten nutzen laut dem Digital News Report desselben Instituts weltweit erst 10 Prozent der Befragten jede Woche einen KI-Assistenten, nach 7 Prozent im Vorjahr; für andere Zwecke wächst die Nutzung schneller. In der Schweiz nutzen ebenso viele einen KI-Assistenten für Nachrichten.
Was unsere Hotelstudie dazu zeigt
Entscheidend für Firmen ist, wohin eine Antwort führt. Für unsere Messung zu 50 unabhängigen Schweizer Hotels fragten wir im September 2026 drei KI-Modelle mit Websuche nach den Buchungsmöglichkeiten, jeweils mit dem Namen des Hotels und je zweimal. In 267 von 300 Antworten stand die Website des Hotels, Booking.com sogar in 276, und gut jede zehnte Antwort nannte nur Portale. Welchen Link die Gäste anklicken, zeigt die Messung nicht. Sie ist eine Momentaufnahme mit kleiner Stichprobe, abgefragt über eine Programmierschnittstelle und nicht in den Apps. Methode, Grenzen und Rohdaten stehen in der Studie, alle Messreihen im Register unserer Messungen.
Was Betriebe daraus machen können
Für Panik sieht der Beitrag keinen Grund. Er rät, die Fragen der eigenen Kundschaft regelmässig in ChatGPT und Gemini zu stellen und festzuhalten, wer genannt und welche Seite verlinkt wird. Für Google zeigt die kostenlose Search Console seit dem 31. August 2026 jeder Website mit genügend Impressionen, wie oft ihre Links in den Übersichten mit KI und im KI-Modus erscheinen; was sich so kostenlos messen lässt, erklärt unser Ratgeber zur KI-Sichtbarkeit. Der Beitrag schliesst mit dem Satz: «Google bleibt also, zumindest vorerst. Gefunden werden muss eine Firma aber schon in der Antwort, vor dem Klick.» Wie wir das für Kundinnen und Kunden laufend messen, steht auf der Seite SEO und GEO.
Veröffentlicht am von Fabiano Frascati



