Interim-Management verkauft sich nicht über eine Preisliste. Wer einen externen Geschäftsführer auf Zeit ins Haus holt, gibt ihm Einblick in Zahlen, Kunden und Konflikte. Der Entscheid fällt über Vertrauen. Und dieses Vertrauen muss die Website aufbauen, lange bevor das erste Gespräch stattfindet.
Genau vor dieser Aufgabe stand die sincur GmbH aus Herisau. Friedrich Mumenthaler begleitet Schweizer MEM-Betriebe als Interim-Manager und Sparringpartner: Er springt ein, wenn eine Führungsposition ausfällt, bereitet Entscheide vor und hilft, Herstellkosten und Lieferfähigkeit in den Griff zu bekommen. Ein Angebot mit viel Substanz, aber schwer zu zeigen: Es gibt kein Produktfoto, keinen Shop, keinen Vorher-nachher-Vergleich.
Wir haben für sincur einen editorialen Webauftritt gebaut, der wie ein gutes Dossier funktioniert statt wie eine Werbebroschüre. Dieser Projektbericht zeigt, welche Entscheidungen dahinterstecken und was andere Berater und B2B-Dienstleister daraus mitnehmen können.
Die Ausgangslage: viel Erfahrung, wenig Bühne
Hinter sincur steht Friedrich Mumenthaler. Sein Werdegang führt vom Maschinenmechaniker bis zum Executive MBA, mit Stationen im Vertrieb bei Gallus, in der Geschäftsführung bei Knoepfel und in der Betriebsleitung bei Eftec. Der Firmenname ist vom lateinischen Ausdruck für «ohne Sorgen» abgeleitet: Der Kunde soll eine Sorge abgeben können. Das Angebot reicht vom Interim-Mandat über Sparring auf Augenhöhe für CEOs bis zur operativen Beratung bei Herstellkosten und Lieferfähigkeit.
Die Herausforderung: Genau diese Praxisnähe ist das stärkste Verkaufsargument, und gleichzeitig ist sie online am schwersten zu zeigen. Auf einer typischen Beratungswebsite mit Stockfotos und Leistungskatalog ginge sie unter. Der Auftritt musste anders funktionieren.
Warum Buzzwords bei Beratung nicht funktionieren
«Wir steigern Ihre Effizienz.» «Wir begleiten Sie in die Zukunft.» Sätze wie diese stehen auf tausenden Beratungswebsites, und genau deshalb sagen sie nichts mehr aus. Der Leser kann sie nicht überprüfen, also überliest er sie. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Behauptungen, sondern durch überprüfbare Details. Eine Berufsstation lässt sich nachschlagen. Ein präzise benanntes Problem erkennt der Leser aus dem eigenen Betrieb wieder. Ein Werbeversprechen kann dagegen jeder schreiben.
Dazu kommt ein Punkt, der oft übersehen wird: Auch Maschinen lesen mit. KI-Assistenten wie ChatGPT empfehlen Firmen anhand der Substanz ihrer Inhalte, nicht anhand ihrer Adjektive. Wie das funktioniert, haben wir im Beitrag GEO für KMU beschrieben.
der Schweizerinnen und Schweizer suchen Betriebe bereits zuerst über KI-Assistenten statt über Google (localsearch/HSLU 2025). Wer dort empfohlen werden will, braucht Inhalte mit Substanz.
Der Aufbau: eine Website wie ein Dossier
sincur.ch ist als durchnummerierte Kapitelfolge aufgebaut, von der Diagnose über das eigene Beratungsmodell bis zur Person des Gründers. Man liest die Seite wie einen Bericht, nicht wie ein Inserat. Die Struktur ist dabei selbst ein Beweisstück: Wer seine Gedanken ordnen kann, dem traut man auch zu, einen Betrieb zu ordnen.
Diagnose vor Angebot
Das erste Kapitel heisst nicht «Unsere Leistungen», sondern «Diagnose». Es benennt vier Herausforderungen, die Industriebetriebe aktuell beschäftigen: den Markt, die Lieferfähigkeit, Verluste in der Herstellung und die Führung. Wer sich in dieser Diagnose wiedererkennt, liest weiter. Das Angebot kommt erst danach.
Ein Konzept mit eigenem Namen
Statt generischer Methodenbegriffe hat sincur ein eigenes Modell: das Allrad-Konzept mit den vier Elementen Beteiligung, Bestandsaufnahme, Zielformulierung und Umsetzung. Ein eigener Begriff bleibt hängen und gehört der Firma allein. Kein Mitbewerber kann ihn übernehmen, ohne als Kopie aufzufallen.
Die Person zeigen, nicht das Organigramm
Bei einer Ein-Personen-Beratung ist die Person das Produkt. Deshalb bekommt der Gründer ein eigenes Kapitel mit seinem Werdegang und den echten Stationen, ergänzt durch Kundenstimmen aus der Industrie. Die Positionierung zieht sich durch den ganzen Auftritt: Unternehmer an Ihrer Seite, kein Berater von aussen.
Ein nächster Schritt ohne Druck
Der Call-to-Action verspricht ein 30-Minuten-Gespräch mit dem Zusatz «kein Verkauf». Das passt zur Zielgruppe: Der Geschäftsführer eines Industriebetriebs will nicht in einen Verkaufstrichter geraten, er will herausfinden, ob die Chemie stimmt.
Broschüre und Dossier im Vergleich
| Element | Typische Beratungswebsite | Editorialer Ansatz bei sincur |
|---|---|---|
| Einstieg | Slogan über die eigene Firma | Diagnose der Probleme des Kunden |
| Methode | Generische Fachbegriffe | Eigenes Modell mit eigenem Namen |
| Person | Teamfoto ohne Kontext | Werdegang mit nachprüfbaren Stationen |
| Struktur | Lose Sektionen | Nummerierte Kapitel wie in einem Bericht |
| Call-to-Action | «Jetzt Beratung anfragen» | 30-Minuten-Gespräch, kein Verkauf |
Was Berater und B2B-Dienstleister daraus lernen können
- Diagnose zuerst: Beschreiben Sie das Problem Ihrer Kunden so präzise, dass sie sich wiedererkennen. Das Angebot kommt danach.
- Überprüfbares statt Behauptungen: Echte Berufsstationen, echte Projekte, echte Kundenstimmen. Alles, was sich nachschlagen lässt, baut Vertrauen auf.
- Eigene Begriffe: Ein benanntes Modell bleibt im Kopf, zehn austauschbare Fachbegriffe nicht.
- Tiefe Einstiegshürde: Ein klar begrenztes Erstgespräch senkt die Hemmschwelle stärker als jedes Kontaktformular mit zwölf Feldern.
- Struktur als Signal: Ein durchdachter Aufbau sagt mehr über Ihre Arbeitsweise als jedes Adjektiv.
Praxis-Tipp: Schreiben Sie die Diagnose-Sektion Ihrer Website, bevor Sie über Ihr Angebot schreiben. Wenn Sie die Probleme Ihrer Kunden nicht in deren Sprache beschreiben können, merkt das der Leser sofort, und keine Designentscheidung rettet den Text.
Unsere Arbeitsweise bei solchen Projekten
Wir sind eine Schweizer Digitalagentur aus Oberwil BL, drei Brüder, über 70 umgesetzte Projekte. Für Auftritte wie sincur.ch arbeiten wir mit Festpreis statt Abo, und die Website ist in unter 7 Tagen live. Wie wir gestalterisch vorgehen, zeigt unsere Seite zum Webdesign, weitere Projekte finden Sie in den Referenzen. Wenn Sie ein beratungsintensives Angebot online glaubwürdig machen wollen, buchen Sie am einfachsten direkt einen Termin.
Häufige Fragen
Was heisst editoriales Webdesign genau?
Die Website ist aufgebaut wie eine gut redigierte Publikation: klare Kapitel, eine Leserichtung, Typografie im Zentrum, Inhalte mit Substanz. Das Gegenteil ist die Broschüren-Website, die austauschbare Slogans und Stockfotos aneinanderreiht.
Lohnt sich ein solcher Auftritt für eine Ein-Personen-Beratung?
Gerade dann. Bei einer Ein-Personen-Firma ist die Person das Produkt, und die Website ist oft der erste ernsthafte Kontakt. Ein glaubwürdiger Auftritt arbeitet in jeder Offertphase mit, ohne dass Sie etwas dafür tun müssen.
Wie lange dauert ein solches Projekt?
Bei uns ist eine Website in unter 7 Tagen live, sofern die Inhalte vorliegen. Bei beratungsintensiven Angeboten lohnt es sich, vorher Zeit in die Schärfung der Positionierung zu investieren, denn davon lebt der ganze Auftritt.
Was kostet ein editorialer Webauftritt?
Wir arbeiten mit Festpreis statt Abo. Sie wissen vor Projektstart, was der Auftritt kostet, und es kommen keine laufenden Gebühren für die Website dazu. Den genauen Rahmen klären wir in einem unverbindlichen Erstgespräch.






