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Shirtworld: neue Website für Basler Textildruck-Familienbetrieb

Projektbericht Shirtworld Basel: Wie ein Familienbetrieb für Textildruck und Stickerei Sortiment, Shop und Anfrage online sauber abbildet.

Fabiano FrascatiVon Fabiano Frascati27. Juli 20266 Min.

Shirtworld druckt und stickt seit 2002 an der Flughafenstrasse in Basel. Ein Familienbetrieb, der vom einzelnen T-Shirt bis zur Auflage von 500 Stück alles produziert: für Vereine, Schulen, Firmen und Private. Auf der Kundenliste stehen Namen wie Roche, Novartis, Baloise und die Universität Basel. Daneben kommen laufend kleine Aufträge aus dem Quartier herein, ein Geburtstagsshirt hier, zwanzig Vereinshoodies dort.

Genau diese Mischung macht die Website anspruchsvoll. Ein reiner Onlineshop passt nicht, weil die meisten Aufträge Beratung brauchen. Eine reine Visitenkarten-Seite passt auch nicht, weil es ein echtes Produktgeschäft mit Sortiment gibt. In diesem Projektbericht zeigen wir, wie wir Sortiment und Anfrage für Shirtworld online abgebildet haben und was andere Betriebe mit vielen Kleinaufträgen daraus mitnehmen können.

Der Betrieb: vier Verfahren, keine Mindestbestellung

Wer das Angebot versteht, versteht das Problem. Shirtworld arbeitet mit vier Verfahren: Siebdruck für grössere Auflagen, Digitaldruck und DTF für Fotos, Details und kleine Mengen, Tampondruck für Werbeartikel wie Tassen und Kugelschreiber, Stickerei für Logos auf Hemden und Poloshirts. Dazu kommen Werbematerial und Grafikleistungen bis hin zum Komplettpaket mit Logo und Visitenkarten.

Das Besondere: Es gibt keine Mindestbestellung. Ein Shirt oder 500, beides ist willkommen. Das ist ein starkes Verkaufsargument. Es erzeugt aber viele kleine Anfragen mit immer denselben Fragen: Welches Verfahren passt zu meinem Motiv? Welches Textil gibt es in welcher Farbe? Welche Datei braucht ihr von mir? Jede dieser Fragen kostet am Telefon Zeit, die in der Produktion fehlt.

2002

Seit diesem Jahr druckt und stickt Shirtworld als Familienbetrieb in Basel. Die Website muss ein über zwei Jahrzehnte gewachsenes Angebot ordnen, ohne den persönlichen Charakter zu verlieren.

Die zentrale Entscheidung: zwei Wege statt einem

Die wichtigste Weiche im Projekt war konzeptionell, nicht gestalterisch: Standardgeschäft und Individualgeschäft brauchen zwei getrennte Wege auf der Website. Wer beides in ein Formular oder in einen Shop zwingt, verliert auf beiden Seiten Kunden.

Weg 1: Der Shop für Standardartikel

Fertige Artikel lassen sich direkt in den Warenkorb legen und bestellen, mit Grössenwahl und klaren Produktbildern. Im Hintergrund läuft ein bewährtes Shopsystem, die Kategorien pflegt Shirtworld selbst über einen Admin-Bereich. Wer nur ein bedrucktes Shirt aus dem Sortiment will, muss dafür niemanden anrufen.

Weg 2: Die Anfrage für alles Individuelle

Für Vereinsausrüstung, Firmenkleidung oder Sonderwünsche führt die Website konsequent zum Anfrageformular. Dort beschreiben Kundinnen und Kunden ihr Vorhaben, der Betrieb meldet sich mit einer Offerte zurück. Ein Detail mit grosser Wirkung: Jede Anfrage wird zusätzlich in einer Datenbank gespeichert. Geht eine Mail im Postfach unter, ist die Anfrage trotzdem noch da und kann im Admin-Bereich abgearbeitet werden.

Sortiment zeigen, ohne tausend Produkte zu pflegen

Ein Textildruck-Betrieb kann theoretisch tausende Textilien liefern. Alle als einzelne Produkte zu erfassen wäre ein Pflegeaufwand, den kein Familienbetrieb stemmt. Die Lösung: Die Website verlinkt die offiziellen Kataloge der Lieferanten, etwa Clique für Vereins- und Freizeitkleidung oder ProJob für Arbeitskleidung. Kunden stöbern im Katalog und schicken die Artikelnummer gleich mit der Anfrage mit.

Drei weitere Bausteine nehmen dem Betrieb Routinefragen ab:

  • Verfahren erklärt: Jede Dienstleistungsseite sagt in einfachen Worten, wann Siebdruck, wann Digitaldruck und wann Stickerei die richtige Wahl ist. So kommen Anfragen bereits vorsortiert an.
  • Dateifragen beantwortet: Die häufigste Rückfrage überhaupt, nämlich welches Dateiformat es für den Druck braucht, beantwortet die Website direkt, inklusive Hinweis auf Vektordateien.
  • Praktisches sichtbar: Öffnungszeiten, Standort und Abholung in Basel stehen prominent auf der Seite. Wer nur das wissen will, muss nicht anrufen.

Praxis-Tipp: Zählen Sie eine Woche lang mit, welche Fragen am Telefon immer wieder kommen. Genau diese Fragen gehören auf die Website. Jede beantwortete Routinefrage ist ein Anruf weniger und eine bessere Anfrage mehr.

Lokal sichtbar in Basel und der Region

Ein Betrieb mit Ladenlokal lebt von der Region. Die Website stellt darum den Standort in den Mittelpunkt: Basel wird von der Startseite bis zum Kontakt beim Namen genannt. Wer aus der Region sucht, findet einen Betrieb zum Anfassen, mit Ladenlokal und Abholung, statt einer anonymen Druckplattform. Ergänzend dazu gehört ein gepflegtes Google Business Profil, wie wir es im Beitrag Google Business Profil einrichten Schritt für Schritt beschreiben.

Dass der Anfrageweg so viel Gewicht bekommt, ist kein Bauchgefühl. Eine Studie von localsearch und der HSLU aus dem Jahr 2025 zeigt: 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer möchten bei einem Betrieb online anfragen können. Ein Betrieb, der nur eine Telefonnummer anbietet, verliert diese Kundschaft an den nächsten Anbieter mit Formular.

Was Betriebe mit vielen Kleinaufträgen mitnehmen können

Die Erkenntnisse aus dem Shirtworld-Projekt gelten für viele Branchen, von der Schreinerei über die Druckerei bis zum Veloladen:

  1. Standard und Individuell trennen: Was fixfertig ist, gehört in einen Shop. Was Beratung braucht, gehört in eine geführte Anfrage. Beides zu vermischen frustriert beide Kundengruppen.
  2. Anfragen absichern: Anfragen nur per Mail sind fragil. Eine gespeicherte Liste im Hintergrund stellt sicher, dass nichts verloren geht.
  3. Sortiment schlank abbilden: Lieferantenkataloge verlinken statt tausende Produkte pflegen. Der Aufwand bleibt klein, die Auswahl trotzdem sichtbar.
  4. Antwortzeit versprechen: Ein konkretes Versprechen wie 24 Stunden senkt die Hemmschwelle für die Anfrage. Es muss dann aber auch gehalten werden.

Für uns als Webdesign-Agentur war Shirtworld ein typisches Projekt: drei Brüder aus Oberwil BL bauen für einen Basler Familienbetrieb, zum Festpreis statt im Abo, wie bei allen unseren über 70 Projekten. Die beste Website für einen Betrieb mit Kleinaufträgen ist die, die dem Team Arbeit abnimmt, statt neue zu schaffen.

Häufige Fragen

Braucht ein Druckbetrieb einen Onlineshop oder reicht ein Anfrageformular?

Meistens braucht es beides. Der Shop deckt Standardartikel ab und funktioniert ohne Personalaufwand. Das Anfrageformular fängt das beratungsintensive Individualgeschäft auf, bei dem eine persönliche Offerte den Unterschied macht. Wichtig ist die klare Trennung, damit Besucher sofort den richtigen Weg finden.

Was kostet eine Website mit Shop und Anfrageweg?

Das hängt vom Umfang ab: Anzahl Seiten, Shopgrösse, Anbindungen. Wir arbeiten mit Festpreisen statt mit monatlichen Abos, damit die Kosten von Anfang an klar sind. Eine ehrliche Übersicht über Preisspannen finden Sie im Beitrag Was kostet eine Website in der Schweiz.

Wie schnell ist eine solche Website live?

Unsere Websites gehen in unter 7 Tagen live. Voraussetzung ist, dass Inhalte wie Texte, Logos und Bilder bereitstehen und Entscheidungen zügig fallen. Bei einem Shop kommt die Zeit für das Erfassen der Produkte dazu.

Funktioniert dieses Modell auch für andere Branchen?

Ja. Das Muster aus Shop für Standardartikel, geführter Anfrage für Individuelles und verlinkten Katalogen passt überall dort, wo viele kleine, beratungsintensive Aufträge anfallen. Wenn Sie wissen möchten, wie das für Ihren Betrieb aussehen könnte, melden Sie sich bei uns, wir schauen es unverbindlich an.

Fabiano Frascati

Geschrieben von

Fabiano Frascati

Gründer von Frascati. Hilft Schweizer KMUs, online professionell aufzutreten.

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