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Webdesign

6. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Website erstellen lassen in Deutschland: Ablauf, Dauer, Festpreis, Rechtliches

Ein Website-Projekt in Deutschland läuft in sechs Schritten, und die Dauer scheitert selten an der Agentur. Was ein Festpreis abdecken muss und welche Pflichten aus DSGVO, TDDDG und DDG dazugehören.

Fabiano Frascati

Von Fabiano Frascati

Gründer von Frascati

Illustration: Person liest Zeitung auf einem Bürostuhl
Die Oberbaumbrücke in Berlin mit der Hochbahn, gespiegelt in der Spree

Wer in Deutschland eine Website erstellen lassen will, durchläuft sechs Schritte: Erstgespräch, Angebot zum Festpreis, Kickoff mit Inhalten, Bau, Abnahme, Livegang. Ein überschaubarer Unternehmensauftritt ist in unter sieben Tagen live, wenn Inhalte, Bilder und Freigaben bereitstehen.

Grössere Projekte mit Shop, mehreren Sprachen oder vielen Standorten brauchen länger, bekommen aber denselben festen Termin ins Angebot. Der häufigste Grund für Verzögerungen liegt nicht bei der Technik, sondern bei fehlenden Inhalten auf Kundenseite.

«Website erstellen lassen» und «Webdesign Agentur» gehören in Deutschland zu den meistgesuchten Begriffen rund um den Webauftritt. Entsprechend viele Angebote gibt es, und entsprechend unterschiedlich ist, was darin steckt.

Der Ablauf in sechs Schritten

  1. Erstgespräch, kostenlos: Ziel, Zielgruppe, Umfang, Termine. Danach wissen beide Seiten, ob es passt. Wer schon im Erstgespräch einen Preis nennt, ohne den Umfang zu kennen, rät.
  2. Angebot zum Festpreis: Seitenanzahl, Funktionen, Texte, Bilder, Rechte, Termin und Zahlungsplan. Alles, was nicht im Angebot steht, ist nicht im Preis.
  3. Kickoff: Logo, Firmenangaben, Bilder, bestehende Texte, Zugänge zu Domain und Hosting. Ab diesem Termin läuft die Uhr.
  4. Bau: Struktur, Design an einer echten Seite statt an einer Skizze, Texte, Technik, Suchmaschinen-Grundlagen.
  5. Abnahme: Sie prüfen auf Mobiltelefon und Rechner, sammeln alle Korrekturen in einer Liste. Eine Liste, nicht sieben Mails.
  6. Livegang: Domain umstellen, Weiterleitungen setzen, Search Console anmelden, Sitemap einreichen, Formulare mit echten Adressen testen.

Wie lange es wirklich dauert

Die Bauzeit ist selten das Problem. Ein Unternehmensauftritt mit acht bis zwölf Seiten lässt sich in unter sieben Tagen umsetzen, wenn das Material vorliegt. Was die Termine tatsächlich verschiebt, ist immer dasselbe:

  • Fehlende Texte. Wer sie selbst schreiben will, braucht dafür Zeit, die im Tagesgeschäft selten frei ist. Ehrlicher ist, das Texten zu vergeben und nur freizugeben.
  • Fehlende Bilder. Ein Fotoshooting ist ein eigener Termin mit eigener Vorlaufzeit. Planen Sie ihn parallel zum Bau, nicht danach.
  • Unklare Freigaben. Wenn drei Personen mitreden und niemand entscheidet, steht das Projekt. Legen Sie eine Person fest, die freigibt.
  • Zugänge. Domain, Hosting, Mailkonten: Wenn der frühere Dienstleister nicht antwortet, verschiebt sich der Livegang. Klären Sie das in Woche eins, nicht in Woche vier.

Konkret: Fragen Sie im Angebot nach, welche Zulieferungen bis wann von Ihnen erwartet werden, und tragen Sie diese Termine im eigenen Kalender ein. Ein verbindlicher Liefertermin ist nur dann fair, wenn beide Seiten Fristen haben.

Festpreis oder Stundensatz

Ein Festpreis verlagert das Risiko auf die Agentur, ein Stundensatz auf Sie. Für einen klar umrissenen Unternehmensauftritt ist der Festpreis in Euro der ehrlichere Weg, weil Sie vor dem Start wissen, was am Ende auf der Rechnung steht. Voraussetzung ist ein sauber beschriebener Umfang.

Diese Positionen sollten im Angebot ausdrücklich stehen:

  • Anzahl Seiten und welche Vorlagen es gibt.
  • Wer die Texte schreibt und wie viele Korrekturschleifen enthalten sind.
  • Woher die Bilder kommen und wer die Nutzungsrechte hat.
  • Ob ein Redaktionssystem dabei ist und ob Sie selbst Inhalte pflegen können.
  • Was Hosting, Wartung und Updates nach dem Livegang kosten.
  • Wem Quellcode, Domain und Zugänge gehören.

Der letzte Punkt wird am häufigsten vergessen und schmerzt am meisten. Domain und Zugänge gehören auf Ihren Namen, immer.

Rechtliches: DSGVO, TDDDG, Impressum

Vier Punkte betreffen jede deutsche Unternehmenswebsite. Wir bauen Websites und beraten nicht in Rechtsfragen, deshalb stehen hier die Regelwerke, nicht deren Auslegung:

  • DSGVO und BDSG: Die Datenschutz-Grundverordnung gilt unmittelbar, das Bundesdatenschutzgesetz ergänzt sie. Jede Website braucht eine vollständige Datenschutzerklärung, die beschreibt, was tatsächlich passiert, nicht was der Vorlagentext behauptet.
  • TDDDG: Cookies und Tracking, die nicht technisch notwendig sind, brauchen vor dem Setzen eine Einwilligung nach § 25 TDDDG. Das Gesetz hiess bis Mai 2024 TTDSG, viele Vorlagen im Netz nennen noch den alten Namen.
  • DDG: Die Impressumspflicht steht seit Mai 2024 in § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes, dem Nachfolger des Telemediengesetzes.
  • BFSG: Seit dem 28. Juni 2025 verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz barrierefreie Online-Shops und bestimmte Dienstleistungen für Verbraucher.

Technisch heisst das dreierlei. Erstens: Analyse- und Marketing-Skripte laden erst nach Zustimmung, nicht vorher. Zweitens: Schriften und eingebettete Inhalte werden möglichst vom eigenen Server ausgeliefert, damit nicht schon beim Aufruf Daten an Dritte fliessen.

Drittens: Formulare erklären, wofür die Angaben verwendet werden, und schicken keine Daten an Dienste, die in der Datenschutzerklärung fehlen. Die rechtlichen Texte selbst stimmen Sie mit Ihrer Rechtsberatung ab.

Was Sie vorbereiten, bevor der Bau beginnt

  • Firmenangaben exakt nach Handelsregister, inklusive Rechtsform und Registernummer.
  • Logo als Vektordatei, nicht als Bildschirmfoto aus einer Präsentation.
  • Zehn bis zwanzig eigene Fotos in hoher Auflösung, oder ein Termin für ein Shooting.
  • Die fünf Fragen, die Ihre Kundschaft am Telefon am häufigsten stellt.
  • Drei Websites, die Ihnen gefallen, mit je einem Satz, warum.
  • Zugänge zu Domain, Hosting und, falls vorhanden, zum bisherigen Redaktionssystem.

Diese Liste sieht klein aus und ist der Unterschied zwischen sieben Tagen und sieben Wochen.

Baukasten, Redaktionssystem oder individuelle Entwicklung

Die Technikfrage wird oft zuerst gestellt und sollte zuletzt beantwortet werden. Massgeblich ist, wer die Seite später pflegt und wie oft sich Inhalte ändern.

  • Baukasten: günstig im Einstieg, schnell aufgesetzt, aber begrenzt bei Struktur, Ladezeit und Datenschutz-Einstellungen. Tragfähig für einen einfachen Auftritt mit wenigen Seiten.
  • Redaktionssystem: sinnvoll, wenn regelmässig Beiträge, Stellen oder Referenzen dazukommen und mehrere Personen pflegen. Der Preis liegt weniger im Aufbau als in Wartung und Updates.
  • Individuelle Entwicklung: lohnt sich bei besonderen Abläufen, Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder Buchung, mehreren Sprachen und hohen Anforderungen an Tempo.

Konkret: Beantworten Sie vor dem Angebot zwei Fragen. Wie oft ändern sich Inhalte im Monat, und wer macht das? Aus diesen zwei Antworten ergibt sich die Technik fast von selbst, und Sie zahlen nicht für ein System, das niemand bedient.

Nach dem Livegang: die ersten vier Wochen

Der Livegang ist kein Abschluss, sondern der Moment, in dem die Seite anfängt zu arbeiten. Vier Dinge gehören in die ersten Wochen:

  • Weiterleitungen prüfen. Jede alte Adresse muss auf die passende neue zeigen, nicht pauschal auf die Startseite. Sonst verlieren Sie Ranking, das Sie bereits hatten.
  • Search Console lesen. Indexierungsfehler, blockierte Seiten und die ersten Suchanfragen zeigen früh, ob die Struktur verstanden wird.
  • Formulare mit echten Adressen testen. Ein Kontaktformular, das im Spam-Ordner landet, ist teurer als jede fehlende Funktion.
  • Ladezeit auf einem durchschnittlichen Mobiltelefon messen. Nicht auf dem neuen Bürogerät im schnellen Firmennetz.

Klären Sie im Angebot, ob diese vier Punkte enthalten sind oder separat verrechnet werden. Beides ist in Ordnung, unklar darf es nicht sein.

Zusammenarbeit über die Grenze

Wir arbeiten aus Allschwil bei Basel, in derselben Sprache und Zeitzone, remote und per Video, für Unternehmen jeder Grösse in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Termine vor Ort sind auf Anfrage möglich.

In Deutschland haben wir unter anderem Auftritte für DW Immobilien in Weil am Rhein, Lufeto in Todtnau und die Immobilienvermessung Heidemann in Hannover gebaut. Dazu Bianca Casa, Firmensitz in Buchs SG mit Niederlassung in Weil am Rhein. Wenn Ihnen jemand im selben Ort wichtiger ist als alles andere, sagen wir das offen: Dann sind Sie bei einer Agentur vor Ort besser aufgehoben.

Wie wir Webdesign, Entwicklung und Texte für den deutschen Markt zusammenstellen, steht auf unserer Seite Webdesign Agentur Deutschland.

Fabiano Frascati

Geschrieben von

Fabiano Frascati

Gründer von Frascati. Hilft Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich, vom KMU bis zum Konzern, online professionell aufzutreten.

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