Ob Ihr KMU in ChatGPT, Gemini oder Perplexity empfohlen wird, prüfen Sie am einfachsten selbst: Stellen Sie der KI die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden («Welche Webagentur in der Region Basel ist empfehlenswert?»), und schauen Sie, ob Ihr Name fällt. Eine Garantie auf eine Nennung gibt es nicht – kein Anbieter kann das seriös versprechen. Aber Ihre Chance ist messbar und mit den richtigen Hebeln spürbar verbesserbar: eine klare Entität (Wikidata, einheitliche Daten), strukturierte Inhalte, Erwähnungen auf Drittseiten und Aktualität.
In diesem Praxis-Post zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie den Ist-Zustand testen – und an welchen Stellschrauben Sie danach drehen. Ehrlich, ohne Hype und ohne erfundene Zahlen.
Warum es kein «ChatGPT-Ranking» wie bei Google gibt
Bei Google gibt es eine Position 1 bis 10. Bei KI-Antworten ist das anders: Das Modell setzt jede Antwort neu aus mehreren Quellen zusammen. Mal werden Sie genannt, mal nicht – je nach Formulierung der Frage, je nach Modell und je nach Tagesform.
Das heisst: Es gibt keinen Hebel, der eine Nennung garantiert. Wer Ihnen «Platz 1 in ChatGPT» verspricht, verkauft Ihnen ein Märchen. Realistisch ist etwas anderes – die Wahrscheinlichkeit einer Nennung zu erhöhen. Und das geht.
Schritt 1: Mit festen Test-Prompts den Ist-Zustand messen
Damit Sie eine Verbesserung überhaupt erkennen, brauchen Sie einen festen Satz an Test-Fragen, die Sie immer wieder gleich stellen. Notieren Sie pro Frage, ob Ihr Unternehmen genannt wird – idealerweise einmal pro Monat.
Bewährt haben sich diese vier Prompt-Typen:
- Empfehlungs-Prompt: «Welche [Branche] in [Ort/Region] kannst du empfehlen?» – z. B. «Welche Webagentur in der Nordwestschweiz ist gut für KMU?»
- Vergleichs-Prompt: «Welche Anbieter für [Leistung] sollte ich in [Region] vergleichen?»
- Marken-Prompt: «Was kannst du mir über [Ihr Firmenname] sagen?» – prüft, ob die KI Sie überhaupt als Entität kennt und korrekt beschreibt.
- Problem-Prompt: «Ich brauche [konkretes Bedürfnis], an wen wende ich mich in [Ort]?»
Testen Sie jeden Prompt in mehreren Tools, denn sie verhalten sich unterschiedlich:
| Tool | Besonderheit |
|---|---|
| ChatGPT (mit Suche) | Zitiert Webquellen, nennt lokale Anbieter zunehmend |
| Google Gemini | Eng mit Google-Index und Knowledge Graph verzahnt |
| Perplexity | Sehr quellen-transparent, zeigt Links zu jeder Aussage |
| Microsoft Copilot | Stützt sich auf Bing-Index |
Ein wichtiger Hinweis zur Sauberkeit des Tests: Schalten Sie nach Möglichkeit Personalisierung und Verlauf aus oder nutzen Sie ein anonymes Fenster. Sonst beeinflusst Ihre eigene Such-Historie das Ergebnis und Sie sehen ein zu optimistisches Bild.
Schritt 2: Verstehen, woraus die KI ihre Empfehlung zieht
Sprachmodelle erfinden Empfehlungen nicht aus dem Nichts. Sie greifen – vereinfacht – auf zwei Dinge zurück: auf das, was beim Training im Modell hängen geblieben ist, und auf eine Live-Suche im Moment der Frage. In beiden Fällen gilt: Was über Sie an vielen, vertrauenswürdigen Stellen konsistent steht, hat die besten Chancen, übernommen zu werden.
Daraus folgen die konkreten Hebel.
Schritt 3: Die wichtigsten Hebel, um Ihre Chance zu erhöhen
1. Klare Entität (Wikidata & einheitliche Daten)
Die KI muss Sie als eindeutiges «Ding» erkennen: ein bestimmtes Unternehmen, an einem bestimmten Ort, mit bestimmten Leistungen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Name, Adresse und Telefonnummer (NAP) überall exakt gleich geschrieben sind – auf Ihrer Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen.
Ein Wikidata-Eintrag und ein vollständiges Google-Unternehmensprofil helfen den Modellen, Sie als Entität sauber zu fassen. Das ist die Basis, auf der alles andere aufbaut.
2. Strukturierte Daten (Schema.org)
Mit Schema-Markup sagen Sie Maschinen explizit, wer Sie sind: Organization oder LocalBusiness, Ihre Dienstleistungen, Öffnungszeiten, Bewertungen, häufige Fragen als FAQPage. Das macht es Crawlern leichter, Ihre Inhalte korrekt einzuordnen und zu zitieren.
3. Antwort-orientierte Inhalte
KI-Systeme lieben Inhalte, die eine Frage direkt und vollständig beantworten. Strukturieren Sie Ihre Seiten so:
- Echte Fragen als Überschriften – so, wie Kunden sie tippen.
- Die Antwort gleich im ersten Satz, danach erst die Tiefe.
- Kurze Absätze, klare Listen, eine Vergleichstabelle, wo es passt.
- Konkrete Fakten statt Marketing-Floskeln: Ort, Region, Spezialisierung, Preisspannen als Orientierung.
Studien zur «Generative Engine Optimization» zeigen, dass Inhalte mit klaren Aussagen, Zitaten und Belegen häufiger von KI übernommen werden (Princeton-GEO-Studie 2024). Genau diesen Stil pflegen wir bei jedem unserer Projekte für SEO & GEO.
4. Erwähnungen auf Drittseiten
Was nur auf Ihrer eigenen Website steht, wirkt für ein Modell wie Eigenwerbung. Erst wenn unabhängige Quellen dasselbe sagen, wird es glaubwürdig. Sinnvolle Drittseiten sind:
- Branchen- und Regionalverzeichnisse (für die Nordwestschweiz etwa local.ch, search.ch).
- Fachportale, Vergleichsplattformen und Branchenbücher.
- Lokale Medien, Partner-Websites, Vereins- oder Verbandsseiten.
Wichtig: Achten Sie auch hier auf identische Firmendaten. Widersprüchliche Angaben verwirren die Modelle und schwächen Ihre Entität.
5. Bewertungen
Echte, aktuelle Bewertungen – besonders im Google-Unternehmensprofil – sind ein starkes Vertrauenssignal, auf das sich KI-Systeme stützen. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine ehrliche Rezension. Erfinden Sie nichts und kaufen Sie keine Bewertungen: Das fliegt auf und schadet mehr, als es nützt.
6. Aktualität
Modelle bevorzugen Inhalte, die gepflegt wirken. Eine Seite mit aktuellem Datum, frischen Referenzen und einem lebendigen Blog signalisiert: Dieses Unternehmen existiert, ist aktiv und relevant. Veraltete Inhalte hingegen wirken wie ein totes Profil.
Schritt 4: Verbesserung über Monate messen, nicht über Tage
Hier braucht es Ehrlichkeit: Wer heute eine Massnahme umsetzt, sieht morgen meist keine Wirkung. Modelle aktualisieren ihr Wissen verzögert, und Live-Suchen ändern sich langsam. Rechnen Sie mit Wochen bis Monaten.
Deshalb ist Ihr fester Prompt-Satz aus Schritt 1 so wertvoll: Wenn Sie einmal pro Monat dieselben Fragen stellen und das Ergebnis notieren, sehen Sie über die Zeit eine echte Tendenz – statt sich von einem zufälligen guten oder schlechten Einzeltest täuschen zu lassen.
Was Sie heute tun können
- Vier Test-Prompts definieren und einen ersten Ist-Zustand festhalten.
- NAP-Daten überall vereinheitlichen, Google-Profil vervollständigen.
- Schema-Markup und FAQ-Abschnitte auf den wichtigsten Seiten ergänzen.
- Drei bis fünf seriöse Drittseiten mit identischen Daten anvisieren.
- Kunden um echte Bewertungen bitten und Inhalte aktuell halten.
Fazit
Niemand kann Ihnen eine Empfehlung in ChatGPT garantieren – und wer es verspricht, sollte Sie misstrauisch machen. Was Sie aber tun können: messen, an den richtigen Hebeln drehen und die Entwicklung über Monate verfolgen. Klare Entität, saubere Daten, antwort-orientierte Inhalte, Erwähnungen, Bewertungen und Aktualität – das ist die ehrliche Formel.
Frascati ist eine kleine, ehrliche Webagentur aus Oberwil BL in der Region Basel. Wir bauen Websites und betreuen SEO & GEO für KMU – ohne leere Versprechen. Möchten Sie wissen, ob und wie Ihr Unternehmen in KI-Antworten auftaucht? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch – wir testen es gemeinsam und zeigen Ihnen die nächsten konkreten Schritte.






